Mercedes-Benz CLA Shooting Brake Designstudie
Mercedes-Benz CLA Shooting Brake Designstudie
Mercedes-Benz CLA Shooting Brake Designstudie
Mercedes-Benz CLA Shooting Brake Designstudie
Robert Lesnik, Leiter des Exterieurs-Designs bei Mercedes-Benz

Robert Lesnik ist seit 2014 Leiter des Exterieur-Designs bei Mercedes-Benz.

Herr Lesnik, ein viertüriges Coupé mit Kombiheck – das ist schon eine etwas ungewöhnliche Kombination?

Robert Lesnik: Sie ist so ungewöhnlich, dass wir sie nicht T-Modell, sondern Shooting Brake nennen – in Anlehnung an eine sportliche Kutschenbauart, mit der die Engländer zum Jagen (Shooting) fuhren und die Platz für Ausrüstung und Beute hatte. In den 1960er und 1970er Jahren haben dann speziell die Briten mit exklusiven Crossover-Fahrzeugen experimentiert, die den Luxus und Stil eines Coupés mit dem Gepäckraum eines Kombis verbanden.

Einen direkten Wettbewerber haben Sie in diesem Segment nicht – überrascht Sie das?

Ein wenig schon. Sicher, der erste CLA Shooting Brake war ein Wagnis – aber der Markt hat uns dafür belohnt, dass wir ein gestalterisches Risiko eingegangen sind. Genau diese Kombination, extrem sportliches Design, aber mit Sinn für das Praktische, hat den bisherigen CLA Shooting Brake sehr erfolgreich gemacht. Das spricht ja auch mich persönlich an – ein Coupé, in dem ich mühelos mein Fahrrad oder meine Ski mitnehmen kann.

Der CLA Shooting Brake ist jetzt schon das sechste Modell der Neuauflage der Kompaktwagen. Gibt es verbindende gestalterische Elemente, bei aller Unterschiedlichkeit von A- und B-Klasse, CLA und dem kommenden GLB?

 

Alle Versionen sind puristisch gestaltet, sie haben sehr ansprechende Proportionen und sinnliche Flächen. Form und Körper bleiben, wenn man Sicken und Linien extrem reduziert, wie wir das für die aktuelle Kompaktwagen-Generation getan haben. Es entsteht eine „Sinnliche Klarheit“, wie wir unsere Designphilosophie nennen, und die wir konsequent anstreben. Ein Auto muss intelligent und schön sein. Alle guten Fahrzeugentwürfe der Geschichte waren üppig und sinnlich. Das Schönheitsideal dieser Formen ist einfach attraktiv. In diesem Spannungsfeld von „hot“ und „cool“, von Form und Funktion, von raffiniert und einfach, bewegen sich unsere Entwürfe.

 

Können Sie uns das am Beispiel des CLA Shooting Brake anschaulich erläutern?

 

Stellen Sie sich hinter den CLA. Dann sehen Sie die muskulöse und gleichzeitig sinnliche Schulter über dem hinteren Radhaus besonders deutlich. Oder die Proportionen in der Seitenansicht: lange Motorhaube, kompaktes Greenhouse, sportliche Fensterlinie und das geschmeidig geduckte Heck: Das sind die Proportionen eines Coupés und es weckt dessen Emotionen. Die Flächen werden durch Licht strukturiert, das ist sehr anspruchsvoll und eine Herangehensweise voller Nuancen. Gleichzeitig hat der Shooting Brake eine große Hecktür, das ist seine kühle, praktische Seite. Genau wie die exzellente Aerodynamik.

 

Zum Abschluss eine persönliche Frage: Woher kommt Ihre Begeisterung für die Gestaltung von Automobilen, und das auf der soliden Basis eines Maschinenbauers?

 

Schon als Kind hatte ich die Gelegenheit, in der Karosseriebauwerkstatt meines Vaters an den Autos „herumzuschrauben“. Das war für mich der traditionelle handwerkliche Zugang zum Automobildesign.