Die Baureihe 124

Im Dezember 1984 erschien in der mittleren Baureihe eine neue Modellgeneration. Technisch wies die Typenreihe 124 enge Parallelen zur 1982 erstmals vorgestellten Kompaktklasse auf. Gewichtsreduzierung durch die Verwendung hochfester Stahlbleche und anderer Materialien, sowie die aerodynamische Optimierung erzielten eine deutliche Herabsetzung des Kraftstoffverbrauchs.

Mit dem Verkaufsbeginn der überarbeiteten Modelle trat im Juni 1993 auch für die Baureihe 124 eine neue Nomenklatur in Kraft. Analog zur S-Klasse und zur neuen C-Klasse hieß die Mittlere Klasse nun E-Klasse.

Fakten

Baureihe

W124, S124, C124, A124

Produktionszeitraum

1984-1997

Karosserien

Limousine
Coupé
T-Modell
Fahrgestell mit Teilkarosserie
Limousine mit langem Radstand
Cabriolet

Stückzahl

2,562,143 insgesamt davon
2,215,168 Limousinen
141,498 Coupés
6,343 Cabriolets
340,503 T-Modelle
2,342 Limousinen mit langem Radstand
6,398 Fahrgestelle

Technische Entwicklung


Noch mehr Sicherheit, das "Mercedes-Benz Fahrdynamik-Konzept", und Dreiwege-Katalysator

Technische Entwicklung


Noch mehr Sicherheit, das "Mercedes-Benz Fahrdynamik-Konzept", und Dreiwege-Katalysator

Der Fahrgastraum der Baureihe 124 zeichnete sich durch hohe Seitenaufprall- und Überschlagfestigkeit aus und war mit ausgeklügelten Deformationszonen im Vorbau und im Heck versehen. Zum Schutz von Fußgängern und Zweiradfahrern war der Bereich möglicher Kontaktzonen stoßnachgiebig konzipiert.

Seitenansicht einer Rohkarosserie einer Limousine der Baureihe 124.

Rohkarosserie Mercedes-Benz Limousine der Baureihe 124

Seitenansicht einer Limousine der Baureihe 124 beim Aufpralltest.

Mercedes-Benz Limousine der Baureihe 124 beim Aufpralltest

Auf der Frankfurter IAA im September 1985 debütierte das "Mercedes-Benz Fahrdynamik-Konzept". Es umfasste drei abgestufte elektronisch-automatische Fahrdynamik-Systeme:

  • Automatischen Sperr-Differential (ASD)
  • Antriebs-Schlupf-Regelung (ASR)
  • automatisch zuschaltender Vierradantrieb 4MATIC
Schemazeichnung des Automatischen Sperrdifferential der Baureihe 124.

Schemazeichnung des Automatischen Sperrdifferential (ASD)

Schemazeichnung des automatischen Vierradantriebs der Baureihe 124.

Schemazeichnung des automatisch schaltenden Vierradantriebs (4MATIC)

Ab September 1985 stand für alle benzingetriebenen Modelle außer dem vergaserbestückten Typ 200 auf Wunsch eine geregelte Abgasreinigungsanlage mit Dreiwege-Katalysator zur Verfügung. Alternativ war die sogenannte "RÜF-Version" erhältlich, bei der das Fahrzeug ohne Katalysator und Lambdasonde, aber mit dem multifunktionalen Gemischaufbereitungs- und Zündsystem ausgeliefert wurde.

Ab September 1986 war auch das Vergasermodell mit Abgasreinigungsanlage erhältlich, und der geregelte Katalysator gehörte bei allen Mercedes-Benz Pkw-Modellen mit Otto-Motor zur Serienausstattung.

Design


Design-Merkmale der neuen Modelle

Design


Design-Merkmale der neuen Modelle

Die charakteristische Form des sich nach hinten verjüngenden und an den seitlichen Oberkanten stark abgerundeten Wagenhecks war aerodynamisch besonders günstig und ging auf Versuche im Windkanal zurück.

Zwei weitere typische Design-Merkmale - der trapezförmig weit heruntergezogene Kofferraumdeckel und die schrägen Innenkanten der fast quadratisch geformten Rückleuchten - ermöglichten eine besonders tief liegende Ladekante, die das Beladen des voluminösen Kofferraums erleichterte.

Seitenansicht einer Limousine der Baureihe 124.

Mercedes-Benz Limousine der Baureihe 124, Entwicklung im Windkanal

Rückansicht einer Mercedes-Benz Limousine der Baureihe 124.

Kofferraumdeckel und niedrige Ladekante

Neugestaltung


Komplette Überarbeitung 1989

Neugestaltung


Komplette Überarbeitung 1989

Auf der IAA im September 1989 präsentierte sich ein komplett überarbeitetes Mittelklasse-Modellprogramm. Im Vordergrund stand die stilistische Überarbeitung der Karosserie und die Neugestaltung des Innenraums. Auffälligstes Erkennungsmerkmal der modellgepflegten Typen waren die seitlichen Flankenschutz-Leisten mit integrierten Längsschweller-Verkleidungen, die man in analoger Form zweieinhalb Jahre zuvor bei den Coupé-Modellen eingeführt hatte.

Seitenansicht von Mercedes-Benz Modellen der Baureihe 124.

Mercedes-Benz modellgepflegte Typen der Baureihe 124. Mercedes-Benz Limousine Typ 300 E-24, Coupé Typ 300 CE-24 und T-Modell Typ 300 TE-24 aus dem Jahr 1989.

Für alle Typen der Baureihe 124 mit Ausnahme der 4MATIC-Varianten stand jetzt das bereits von der Kompaktklasse bekannte "Sportline"-Paket als Sonderausstattung zur Verfügung. Äußere Merkmale waren das Sportfahrwerk sowie die deutlich tiefergelegte Karosserie. Dazu kamen straffer abgestimmten Federn und Stoßdämpfer, eine modifizierte Innenausstattung mit Lederlenkrad und -Schalthebel, sowie Einzelsitze vorn und hinten.

Eine besondere Stellung in der Produktpallette nimmt der 1990 präsentierte 500E mit V8 Motor ein. Er wurde nicht nur in Kooperation mit Porsche entwickelt, sondern in Teilen auch bei Porsche in Zuffenhausen gebaut. Charakteristisch sind seine tiefer gezogenen Schürzen und die weiter ausgestellten vorderen Kotflügel.

Innenansicht einer Limousine der Baureihe 124 mit der sportlichen Mittelkonsole.

Mercedes-Benz Limousine der Baureihe 124 aus dem Jahr 1989. Sportline Konsole (Mitte)

Geschichte


1993: Die erste offizielle "E-Klasse"

Geschichte


1993: Die erste offizielle "E-Klasse"

Mit der neuen Nomenklatur folgten die Typenbezeichnungen einem modifizierten System. Dabei war ein Buchstabenkürzel, das die Klassenzugehörigkeit dokumentierte, der dreistelligen Zahl, die nach wie vor auf dem Hubraum basierte, vorangestellt.

Das "E" für "Einspritzmotor" konnte entfallen, da Vergasermotoren nun der Vergangenheit angehörten, und auf eine Verschlüsselung der ohnehin ersichtlichen Karosserievariante durch "C" oder "T" wurde ebenfalls verzichtet.

Bei den dieselgetriebenen Modellen hatte man das seitherige "D" durch ein nachgestelltes "Diesel" oder "Turbodiesel" ersetzt.

Weltneuheit


Vierventil-Dieselmotoren

Weltneuheit


Vierventil-Dieselmotoren

Die Vierventiltechnik kam als Weltneuheit bei den Dieselmodellen mit Fünfzylinder- und Sechszylinder-Saugmotoren zum Einsatz. Die neue Technologie gewährleistete nicht nur ein erhöhtes Drehmoment- und Leistungsangebot, sondern auch eine Senkung des Kraftstoffverbrauchs um bis zu 8 %. Gleichzeitig konnten die Partikelemissionen um ca. 30 % gesenkt werden.

Um die Umweltverträglichkeit noch weiter zu verbessern, wurden ab Juni 1993 alle Dieselmodelle der Baureihe 124 serienmäßig mit Abgasrückführung und Oxidationskatalysator ausgestattet.

Kennzeichen


Design-Merkmale der ersten E-Klasse

Kennzeichen


Design-Merkmale der ersten E-Klasse

Auffälligstes Kennzeichen war die nach dem Vorbild der S-Klasse umgestaltete Kühlermaske. Bei diesem sogenannten "Plakettenkühler" war der jetzt wesentlich schmalere Chromrahmen harmonisch in die Motorhaube integriert; der Mercedes-Stern saß wie bei den S-Klasse Limousinen auf der Haube.

Vorderansicht eines Typ E 500 der Baureihe 124.

Mercedes-Benz Typ E 500 der Baureihe 124

Nicht zu übersehen waren die Änderungen an den Leuchteinheiten: Die vorderen Blinkleuchten hatten farblose Deckgläser erhalten, und die Heckleuchten wiesen bichromatische Abdeckungen auf, die im Bereich des Blink- und Rückfahrlichts einheitlich weißgrau gefärbt waren. Das gelbe Blinklicht wurde dabei vorn wie hinten über farbige Glühbirnen erzeugt.

Überarbeitet präsentierte sich auch der Kofferraumdeckel: Die Knickkanten auf der Oberseite hatte man abgerundet, und die Fläche zwischen den Heckleuchten stand nun parallel zum Heckabschluss. Außerdem hatte ein verchromter Griff am oberen Abschluss des Kennzeichenfelds die durchgehende Griffleiste aus Kunststoff ersetzt.

Rückansicht eines Typ 500 E der Baureihe 124.

Mercedes-Benz Typ E 500 der Baureihe 124

Karosserien


Exterieur

Karosserien


Exterieur

Acht Monate nach der Markteinführung der Limousinen debütierte eine T-Modell-Variante der Baureihe 124 auf der Frankfurter IAA.

Zum ersten Mal basierten die Fahrgestelle mit Teilkarosserie auf ebendiesen T-Modellen. Wie in der Mittelklasse-Baureihe von Mercedes-Benz seit Jahrzehnten üblich, bauten Aufbauherstellern im In- und Ausland die Teilkarosserien zu Krankenwagen, Kombiwagen oder anderen Sonderausführungen aus.

Neben der Variante mit normalem Radstand, von der die Typen 250 D und 230 E verfügbar waren, gab es zusätzlich auch wieder eine verlängerte Ausführung, die als 250 D, 230 E und 260 E angeboten wurde.

1987 wurde das Typenprogramm der Baureihe 124 zunächst um zwei Coupé-Modelle erweitert, die als dritte Karosserievariante das Angebot vervollständigten.

1989 wurde in Frankfurt als vierte Karosserie-Variante eine Limousine mit verlängertem Radstand vorgestellt. Damit gab es nach vierjähriger Unterbrechung wieder eine Langversion im Verkaufsprogramm.

Im September 1991 zeigte Mercedes-Benz als weitere Karosserievariante der Baureihe 124 den Typ 300 CE-24 Cabriolet. Nach genau 20-jähriger Unterbrechung war damit wieder ein viersitziges Cabriolet in der mittleren Klasse verfügbar.

Draufsicht des Coupé, der Limousine und des T-Modell der Baureihe 124.

Mercedes-Benz Coupé, Limousine und T-Modell der Baureihe 124

Seitenansicht des T-Modells der Baureihe 124 am Meer.

Mercedes-Benz T-Modell der Baureihe 124

Draufsicht der Coupés 230 CE und 300 CE der Baureihe 124.

Mercedes-Benz Coupés 230 CE und 300 CE der Baureihe 124

Vorderansicht einey Typ 230 CE der Baureihe 124.

Mercedes-Benz Typ 230 CE, Baureihe 124

Seitenansicht des Typ 300 CE-24 Cabriolet der Baureihe 124.

Mercedes-Benz Typ 300 CE-24 Cabriolet, Baureihe 124

Seitenansicht eine Typ 250 D der Baureihe 124 mit Sonderaufbau als Krankenwagen.

Mercedes-Benz Typ 250 D der Baureihe 124, Fahrgestell für Sonderbauten, Miesenm 1985

Seitenansicht einer Limousine der Baureihe 124 mit verlängertem Radstand.

Mercedes-Benz Limousine mit langem Radstand, Baureihe 124

Alle Details zur Baureihe 124

Classic-M@RS (Multimedia-Archiv- und Recherche-System)

Exterior-Ansicht eines Mercedes-Benz der Baureihe 124.

Alle Details zur Baureihe 124

Classic-M@RS (Multimedia-Archiv- und Recherche-System)

Die Archive von Mercedes-Benz Classic hüten einen einzigartigen Schatz aus fast 130 Jahren Automobilgeschichte.

Die Archive von Mercedes-Benz Classic hüten einen einzigartigen Schatz aus fast 130 Jahren Automobilgeschichte.

Entwicklungsphasen


Entwicklung der Mercedes-Benz E-Klasse

Entwicklungsphasen


Entwicklung der Mercedes-Benz E-Klasse

So geht es weiter

Die 2. Generation der E-Klasse

Exterior-Ansicht einer Mercedes-Benz E-Klasse der 2. Generation.

So geht es weiter

Die 2. Generation der E-Klasse

Unverwechselbare Gestalt gegen zunehmende Uniformität

Unverwechselbare Gestalt gegen zunehmende Uniformität

Übersicht: Geschichte der E-Klasse

Collage Entwicklung der Mercedes-Benz E-Klasse

Übersicht: Geschichte der E-Klasse

Regelmäßig neue Dossiers historischer Modelle: von 1931 bis 2018