Du bist über Deinen Job hinaus als Speakerin viel unterwegs. Wie gelingt es Dir, im Alltagsgeschäft den Raum für Trendthemen zu öffnen, über neue Themen nachzudenken?
Ich bin sehr strukturiert. Und, zugegeben: Ich arbeite oft nachts und am Wochenende. Dieses Commitment gehe ich ein, weil es mir wichtig ist, neben der Arbeit ein Thema zu haben, für das ich brenne. Bei mir ist das digitale Transformation, aber auch Female Leadership. Ich möchte in den Themen Vorbild sein, soweit mir das möglich ist, auch wenn ich dafür manchmal bis nachts an Vorträgen sitze.
Was ist Dein Antrieb?
Die Resonanz, die ich zum Beispiel über Social Media bekomme, ist toll. Wenn ich sehe, dass ich jemandem bei einem Karrierethema weiterhelfen konnte, dann freue ich mich natürlich mit! Schließlich beobachte ich gerade bei Frauen noch viel zu häufig die altbekannten Probleme: Sie trauen sich nicht den nächsten Schritt zu. Es macht mir Spaß, an diesen Stellen andere Frauen pushen zu können, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie die Karriere weiterverlaufen könnte.
Was muss sich ändern, damit sich Frauen beruflich noch mehr zutrauen?
Nicht jeder hat ein privates Umfeld, in dem man ermutigt wird. Und gerade Frauen sind häufig mit stressigen Jobs und Privatleben so gefordert, dass nicht viel Energie bleibt, um sich im Unternehmen um die Karriere zu kümmern. Dabei ist das von grundlegender Bedeutung: Wenn Frauen nicht an Entscheiderinnen-Positionen kommen, um dort für bessere Arbeitsbedingungen zu sorgen, die etwa ein Familienleben mitdenken, dann werden Unternehmen nie gezwungen sein, Führungspositionen in Tandems oder in Halbtagsstellen anzubieten. Dieser Push muss von den Frauen selbst kommen, damit sich Unternehmen endlich mehr an Bedürfnisse von Frauen anpassen. Aber das klappt eben nicht, wenn Frauen nach dem ersten Baby keine Chance sehen, in der Form weiterzuarbeiten, wie sie es vorher gemacht haben, oder in unbefriedigenden Halbtagsjobs verbleiben, in denen sie nichts mitentscheiden können.
Woher hast Du die Mentalität, nicht nur Deine eigene Karriere voranzutreiben, sondern andere Frauen immer noch mitzudenken?
Ich habe einfach einen sehr starken Drive (lacht). Mein Vater ist Unternehmer, er ist ein starkes Vorbild für mich; er hat immer zu mir gesagt: Geht nicht, gibt’s nicht, das kriegst du schon hin. Auch in meiner Karriere gibt es Momente, die nicht ideal verlaufen sind. Was ich aber immer gemacht habe: mir proaktiv Feedback eingeholt. Nicht warten, ob und wann man gelobt oder kritisiert wird, sondern selbst nachfragen: Was kann ich besser machen? Nur so kann man lernen. Und das möchte ich gern weitergeben.
Du giltst als brillante Netzwerkerin. Welchen Rat gibst Du für erfolgreiches Netzwerken?
Mein Tipp: Auf jeden Fall einem existierenden Netzwerk beitreten, das zu einem passt! Ich bin zum Beispiel bei „Mission Female“, einem Netzwerk für Frauen in Führungsrollen. Durch den Kontakt mit anderen Frauen immer wieder den Horizont zu erweitern, finde ich sehr wichtig. So bleibe ich inspiriert, nah an Trends und kann auch immer wieder in andere Industrien reinschauen. Generell empfehle ich, regelmäßig Zeit für Konferenzen in der eigenen Branche einzuplanen, Podcasts zur Weiterbildung zu hören.
Wie findest Du Abstand und Ausgleich zu den digitalen Welten, mit denen Du Dich tagtäglich beschäftigst?
Mir gibt persönlicher Austausch sehr viel Kraft. Ich bin ein sehr kommunikativer Mensch, mich mit Freund*innen oder Kolleg*innen auszutauschen, hilft mir dabei, stressige Zeiten zu verarbeiten.
Du bist schon lange beruflich in der Luxusbranche unterwegs. Wenn Du Dir mal etwas gönnen möchtest – was kickt Dich da überhaupt noch?
Dinge, die über Generationen vererbt werden, wie etwa eine Birkin Bag von Hermès. So was finde ich schon auch toll, klar. Aber ich gebe mein Geld lieber für Erlebnisse und Reisen aus. Ich träume zum Beispiel von einer Husky-Schlittentour im ewigen Eis. Und ich würde gern mal länger durch Japan reisen, um die lokale Kultur richtig kennenzulernen.