Der Heckflossen-Mercedes

Im August 1961 wurden zwei neue Vierzylindermodelle präsentiert. Die Typen 190 c und 190 Dc, die der Baureihe 110 angehörten, lösten die "Ponton"-Modelle 190 b und 190 Db ab und verfügten jetzt, wie die Sechszylindertypen, über eine Heckflossen-Karosserie.

Fakten

Baureihe

W 110

Produktionszeitraum

1961-1968

Karosserien

Limousine (4 Türen)
“Universal”-Modell
Limousine mit verlängertem Radstand

Stückzahl

622.453 Limousinen und 5.859 Fahrgestelle mit Teilkarosserie

Technische Entwicklung


Der Höhepunkt des Baukastenprinzips

Technische Entwicklung


Der Höhepunkt des Baukastenprinzips

Mit der Einführung der neuen Vierzylindermodelle erreichte das seit Beginn der Nachkriegsproduktion konsequent praktizierte Baukastenprinzip seinen Höhepunkt. Erstmals verwendeten Mittelklasse- und Oberklasse-Baureihe nicht nur gleiche Aggregate und Komponenten, sondern besaßen außerdem eine weitgehend identische Karosserie.

Seitenansicht eines Heckflossen-Mercedes.

"Heckflossen-Mercedes" der Baureihe W 110 aus dem Jahre 1961. (Rückspiegel auf dem Vorderkotflügel)

Seitenansicht eines Typ 220 SEb.

Der Sechszylinder Mercedes-Benz Typ 220 SEb der Baureihe W 111, 1959-1965

Die Vorteile der Einheitskarosserie lagen vor allem in ihrem ökonomischen Potential: deutlich reduzierte Kosten für Entwicklung, Fertigung und Ersatzteilhaltung.

Außerdem kamen nun auch Fahrer eines Mittelklasse-Modells in den Genuss des großzügigen Innenraums und des geräumigen Kofferraums.

Dieser Aspekt beinhaltete aber auch zwei gewichtige Nachteile des Konzepts: Die Gesamtlänge der Vierzylindertypen war um 230 mm gewachsen - ein Thema, dem wegen des knapper werdenden Parkraums allmählich zunehmende Bedeutung zukam.

Andererseits hätte sich sicher mancher Oberklasse-Kunde eine größere Distanz zu den Modellen der kleineren Baureihe gewünscht.

Trotz der Einheitskarosserie ließen sich die neuen Vierzylindertypen auf den ersten Blick von ihren Sechszylinder-Schwestermodellen mit unterscheiden.

Seitliche Ansicht eines Typ 190.

Auffallende Erkennungsmerkmale der 190er waren die runden Scheinwerfer, der deutlich kürzere Vorbau sowie die von den "Ponton"-Typen übernommenen Blinkleuchten

Erneuerungen


Neuer Dieselmotor und ein Automatikgetriebe

Erneuerungen


Neuer Dieselmotor und ein Automatikgetriebe

Eine echte Neuerung stellte der 2,0-l-Dieselmotor des 190 Dc dar, den man aus dem 1,9-l-Aggregat des Vorgängermodells entwickelt hatte - der neue Typ hätte also eigentlich 200 D heißen müssen. Durch die Summe dieser Maßnahmen konnte die Leistung um 5 PS auf 55 PS gesteigert werden.

Ab August 1962 war der 190 c auf Wunsch mit 4-Gang-Automatikgetriebe lieferbar, ab Juli 1963 auch die Dieselvariante. Der Mehrpreis betrug in beiden Fällen, wie bei den Sechszylindertypen, 1.400,- DM.

Weiterentwicklung


Weiterentwicklung ab 1965

Weiterentwicklung


Weiterentwicklung ab 1965

Im August 1965 wurden die neuen S-Klasse Typen der Baureihe 108 vorgestellt, mit denen die Epoche der Einheitskarosserie zu Ende ging.

Die Vierzylindermodelle präsentierten sich in verbesserter Form und mit neuen Typenbezeichnungen: Die Typen 200 und 200 D traten die Nachfolge der seit vier Jahren produzierten 190er an.

Vorderansicht eines Typ 200 D Taxi.

Mercedes-Benz Typ 200 D Taxi am Stuttgarter Hauptbahnhof aus dem Jahre 1965

Karosserien


Exterieur

Karosserien


Exterieur

Wie bei den Vierzylindermodellen traditionell üblich, waren auch die Typen der Baureihe 110 als Fahrgestelle mit Teilkarosserie lieferbar, die von Aufbauherstellern im In- und Ausland zu Krankenwagen, Kombiwagen oder anderen Sonderausführungen ausgebaut wurden.

Besondere Bedeutung erlangte eine Kombiwagen-Variante, die von der Firma IMA in Malines/Belgien auf dem Fahrgestell des Typ 190 D gefertigt und anlässlich der Brüsseler Automobilausstellung im Januar 1965 als Typ 190 D Universal präsentiert wurde.

Von den überarbeiteten Modellen 200 D - 230 war neben dem normalen Fahrgestell mit Teilkarosserie auch eine verlängerte Variante mit einem Radstand von 3100 mm erhältlich, die bevorzugt für Krankenwagen oder Bestattungswagen verwendet wurde.

Ab April 1967, als sich die Heckflossen-Ära bereits langsam ihrem Ende näherte, wurde der Typ 200 D außerdem als 7-8 sitzige Limousine mit 3350 mm Radstand angeboten.

Seitenansicht einer Limousine der Baureihe W 110.

Mercedes-Benz Limousine der Baureihe W 110, aus den Jahren 1961-1965

Seitenansicht des Heckflossen-Mercedes.

"Heckflossen-Mercedes" der Baureihe W 110

Seitenansicht eines Sonderbaus der Baureihe W 110.

Mercedes-Benz Vierzylindertypen der Baureihe W 110. Fahrgestell für Sonderaufbauten Karosseriewerk Rappold, 1965

Seitenansicht eines Typ 190 D Universal.

Mercedes-Benz Typ 190 D Universal, Aufbau IMA, 1964-1965

Seitenansicht eines Typ 200 D mit verlängertem Radstand.

Mercedes-Benz Typ 200 D, Fahrgestell mit verlängertem Radstand, 1967

Alle Details zum Heckflossen-Mercedes

Classic-M@RS (Multimedia-Archiv- und Recherche-System)

Exterior-Ansicht eines Heckflossen-Mercedes.

Alle Details zum Heckflossen-Mercedes

Classic-M@RS (Multimedia-Archiv- und Recherche-System)

Die Archive von Mercedes-Benz Classic hüten einen einzigartigen Schatz aus fast 130 Jahren Automobilgeschichte.

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Entwicklungsphasen


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